Grundlegende Unterschiede

Make (Integromat) ist ein Cloud-basierter Automatisierungsservice. Du zahlst pro "Operation" (jeder Schritt in einem Workflow), und alles läuft auf Makes Servern. Schnell zu starten, keine Infrastrukturverwaltung, aber Daten fließen durch Makes Server.

n8n ist Open Source und kann selbst gehostet werden. Du kannst es auf deiner eigenen Infrastruktur betreiben — auf einem EU-Server, on-premises, oder bei n8n Cloud. Daten verlassen deine Infrastruktur nur für die externen API-Aufrufe, die dein Workflow macht.

Für deutsche Unternehmen ist dieser Unterschied oft entscheidend: Wenn deine Automatisierungen DSGVO-relevante Daten verarbeiten (Kundendaten, Mitarbeiterdaten, Finanzdaten), ist n8n Self-Hosted die sicherere Wahl. Du behältst volle Kontrolle über Datenflüsse und kannst sie für deinen Datenschutzbeauftragten dokumentieren.

Preisstruktur

Makes Preise basieren auf Operations (Schritten). Der Free Plan erlaubt 1.000 Operationen/Monat — für Experimente ausreichend, aber für produktive Workflows schnell erschöpft. Pro-Plan (ab 9 EUR/Monat): 10.000 Operationen. Bei komplexen Workflows mit 10 Schritten und 1.000 Ausführungen/Monat = 10.000 Operationen = Pro-Plan.

n8n Cloud kostet ab 20 EUR/Monat für unbegrenzte Workflows und 5.000 Ausführungen. Self-Hosted n8n ist kostenlos für unbegrenzte Ausführungen — du zahlst nur für deine Server-Infrastruktur (typisch 5–20 EUR/Monat bei einem kleinen VPS bei Hetzner in Deutschland).

Für Startups mit hohem Automatisierungsvolumen (>50.000 Ausführungen/Monat) ist n8n Self-Hosted erheblich günstiger. Für geringe Volumen ist Makes Free/Core-Plan ausreichend.

Integrationen und Konnektoren

Make hat über 1.000 vorgefertigte Konnektoren, darunter sehr nischige Tools und deutsche Business-Software. Das Breadth des Ecosystems ist größer als n8n.

n8n hat über 400 native Nodes, wächst aber schnell. Alle wichtigen Tools sind abgedeckt: Supabase, WeWeb-Webhooks, Xano, Stripe, HubSpot, Slack, Google Workspace, Microsoft 365. Für alles andere gibt es HTTP-Request und Webhook-Nodes, die jeden REST-API-Service verbinden.

Für typische deutsche No-Code-Stacks (WeWeb + Supabase + Xano) hat n8n native Nodes für alle drei. Make ebenfalls. Der Unterschied liegt in Nischen: Für DATEV oder Lexoffice-Integrationen hat Make derzeit bessere native Konnektoren; für Supabase-Realtime-Subscriptions ist n8n flexibler.

Benutzerfreundlichkeit

Make ist visuell beeindruckend: Workflows werden als Blasen-Diagramme dargestellt, die Datenflüsse intuitiv zeigen. Für neue Automatisierungs-Einsteiger ist Make oft einfacher zu verstehen.

n8n ist node-basiert: Workflows sind Flowcharts mit Nodes und Verbindungen. Weniger visuell opulent, aber oft logischer für Entwickler und technische Nutzer. Fehlerdebugging ist in n8n übersichtlicher — du siehst exakt, welche Daten in jedem Schritt ein- und ausgehen.

Für Teams mit technischen Mitgliedern (Berliner Startup-Ökosystem, wo viele Gründer technisch sind): n8n ist schnell zu lernen und sehr mächtig. Für nicht-technische Teams, die schnell starten wollen: Make hat die niedrigere Einstiegshürde.

DSGVO und Datensouveränität

Das ist für viele deutsche Unternehmen der entscheidende Faktor. Make ist ein amerikanisches Unternehmen (Teil von Celonis-Gruppe), dessen Server in den USA und EU laufen. Auch bei EU-Server-Auswahl fließen Daten durch Makes Infrastruktur — das erfordert einen DPA mit Make und ist bei sensiblen Daten sorgfältig zu dokumentieren.

n8n Self-Hosted auf einem deutschen Server (z.B. Hetzner in Nürnberg oder Falkenstein) bedeutet: Daten verlassen deine Infrastruktur nur für externe API-Aufrufe. Das ist die stärkste DSGVO-Position, da kein Drittanbieter Zugriff auf deine Workflow-Daten hat.

n8n GmbH ist übrigens ein deutsches Unternehmen (Berlin) — das erleichtert die DSGVO-Dokumentation und DPA-Abschlüsse erheblich. Für Mittelstandskunden, die explizit "Made in Germany" oder EU-Datensouveränität fordern, ist das ein klares Kaufargument.

Unser Fazit

Wähle Make, wenn: du schnell starten und keine Infrastruktur verwalten willst, dein Automatisierungsvolumen gering ist (<10.000 Operationen/Monat), du nischige Konnektoren für deutsche Business-Software brauchst, oder dein Team nicht-technisch ist.

Wähle n8n, wenn: DSGVO-Datensouveränität kritisch ist, du hohes Automatisierungsvolumen hast, du Self-Hosting auf deutschen Servern bevorzugst, dein Team technisch ist und von Open-Source profitiert.

Bei App Studio verwenden wir n8n Self-Hosted für Kundenprojekte, bei denen DSGVO-Compliance kritisch ist, und Make für schnelle Prototypen und interne Workflows. Die Wahl hängt vom spezifischen Anwendungsfall ab — <a href="/contact">sprich mit uns</a> für eine Empfehlung.